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Erfolg für Hamburger Krankenhauspartnerschaft – bessere Versorgung für Kinder mit Behinderungen in Daressalam

02. Oktober 2026
Sister Dr. Sarah Kahumbya Deogratius erhält den Else Kröner Fresenius Preis 2026.
Sister Dr. Sarah Kahumbya Deogratius, Direktorin des Cardinal Rugambwa Hospital in Dar es Salaam, ist mit dem Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit 2026 ausgezeichnet worden. Das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf hatte seine Partnerin und ihr Projekt zur Verbesserung der Epilepsiediagnostik und -versorgung von Kindern mit Behinderungen für den mit 250.000 Euro dotierten Preis nominiert. In Berlin wurde die hohe Auszeichnung gestern abend überreicht.
„Sister Sarah hat diese Auszeichnung mehr als verdient. Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Energie, Kreativität, Disziplin und großen Herzlichkeit sie ihr Krankenhaus weiterentwickelt“, sagt Ulrich Scheibel, Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und Mitbegründer der Kooperation. „Uns verbindet mehr als der medizinische Austausch: Als christliche Krankenhäuser teilen wir die Überzeugung, dass gute medizinische Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe auch und gerade den Menschen offenstehen müssen, die Ausgrenzung erfahren. Dass die Arbeit von Sister Sarah und ihrem Team nun diese Anerkennung erfährt, macht uns sehr stolz.“
Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) zeichnet mit dem Preis jährlich herausragende Projekte und Persönlichkeiten aus, die zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ressourcenarmen Ländern beitragen. Der Preis wird zu wechselnden Themenschwerpunkten vergeben und ist seit 2026 mit 250.000 Euro dotiert. In diesem Jahr steht er unter dem Thema „Menschen mit Behinderung“.
„Mit dieser Auszeichnung würdigen wir ein Projekt, das Kindern mit Epilepsie und Behinderung eine bessere medizinische Versorgung und mehr Teilhabe ermöglicht und dabei nachhaltig die Strukturen vor Ort stärkt“, erklärt Dr. Judith von Heusinger, verantwortlich für die humanitäre Förderung bei der EKFS.
Partnerschaft für medizinische Versorgung und Teilhabe
Das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf und das katholische Cardinal Rugambwa Hospital verbindet seit 2018 eine Krankenhauspartnerschaft. Entstanden ist sie im Kontext der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Dar es Salaam. Im Mittelpunkt stehen die medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderungen und Epilepsie sowie die gemeinsame Auseinandersetzung mit Menschenbild und gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.
Gegenseitige Besuche in Hamburg und Dar es Salaam sind ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft, u.a. zur Wissensvermittlung zu Epilepsiediagnostik sowie zum fachlichen Austausch zur Therapie von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen. Die Zusammenarbeit in der Epilepsiediagnostik soll künftig weiter ausgebaut werden.
Versorgung dort verbessern, wo Kinder bislang kaum erreicht werden
Die von Sister Sarah geleitete Rehabilitationsabteilung des Cardinal Rugambwa Hospital ist eine wichtige Anlaufstelle für Kinder mit Behinderungen, darunter Kinder mit Zerebralparese, Entwicklungsverzögerungen oder Down-Syndrom. 2025 hatte die Abteilung Kontakt zu knapp 1.400 Kindern mit Behinderungen. 70 bis 80 Prozent von ihnen leiden zusätzlich an Epilepsie.
Das Team verbindet medizinische Behandlung und Rehabilitation mit der Fortbildung von Gesundheitsfachkräften und Outreach-Angeboten in den Gemeinden. Damit sollen auch Kinder und Familien erreicht werden, für die spezialisierte medizinische Versorgung bislang nur schwer zugänglich ist. Gleichzeitig setzt sich das Team dafür ein, Vorurteile und Stigmatisierung gegenüber Menschen mit Behinderungen abzubauen.
Sister Dr. Sarah Kahumbya Deogratius ist seit 2016 Direktorin des Cardinal Rugambwa Hospital. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das frühere Distriktkrankenhaus zu einem staatlich anerkannten Regional Referral Hospital.
250.000 Euro für die weitere Entwicklung
Mit dem Preisgeld sollen die diagnostischen und rehabilitativen Möglichkeiten am Cardinal Rugambwa Hospital weiter ausgebaut, zusätzliche Gesundheitsfachkräfte fortgebildet und Angebote in bislang unterversorgten Gebieten gestärkt werden. Auch die langfristige Begleitung von Kindern und ihren Familien soll verbessert werden.
Weitere Informationen zur Auszeichnung und ein Film über die Arbeit am Cardinal Rugambwa Hospital.

